Beten bis zum Sonnenaufgang – am 5. April findet die erste Nightfevernacht in Erfurt statt

„Guten Abend, darf ich Sie einladen, hier in der Kirche für einen kurzen Moment zu verweilen, vielleicht eine Kerze anzuzünden?“ Fremde Menschen auf der Straße anzusprechen, ist sicher nicht das leichteste, auch noch offen zu dem eigenen Glauben zu stehen, eine Herausforderung.

Die jungen Christen vom Nightfeverteam Erfurt trauen sich jeden ersten Samstagabend im Monat, das zu tun. Sie versuchen die richtigen Worte zu finden und laden fremde Menschen auf der Straße ein, die Kirche zu betreten. Oft blicken sie dabei in ungläubige Augen und erfahren ein klares : „Nein, Danke!“oder „Mit der Kirche habe ich nichts zu schaffen.“ Doch gerade wenn sie es am wenigsten erwarten, sind Leute bereit, sich auf neue Wege zu begeben und in die warme Atmosphäre einzutauchen. Vielleicht auch Gottes Nähe zu spüren und sich davon berühren zu lassen. „ Nahe bei sich – nahe bei Gott – einfach schön“, beschreibt ein Besucher sein Erlebnisvon Nighthfever im Gästebuch.

Im Schein der vielen Kerzen und beim Klang der Nightfeverlieder steht die Monstranz zur Anbetung bereit, ist Jesus in ihrer Mitte. Fast drei Stunden kann man hier verweilen. Mit dem Nachtgebet der Kirche, der Komplet endet ein solcher Abend. Nicht so am 5. April. In dieser Nacht bleiben die Türen der Lorenzkirche geöffnet, und die Kerzen werden die Dunkelheit erhellen, bis die Sonne über Erfurt aufgeht. Wer möchte kann den Schlafsack und die Isomatte einpacken und im „Gartenhaus“ des Gemeindehauses übernachten, wenn sich die Müdigkeit nicht mehr aufhalten lässt. Der Sonntagmorgen startet um 7.30 Uhr mit dem Morgengebet, der Laudes und dem eucharistischen Segen. Alle Besucher sind im Anschluss herzlich zu einem gemeinsamen Frühstück eingeladen. Mit der Anbetungsnacht wollen die jungen Leute vom Nightfeverteam, neue Akzente setzten. Regelmäßig treffen sie sich nach den Abenden in der Lorenz-Kirche zu einem Stammtisch, um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen. Sie suchen neue Impulse und nach neuen Wegen, um die Sehnsucht der Menschen, die Fragen nach dem Sinn, nach Gott und „wer ist eigentlich dieser Jesus“ zu beleuchten und Wegweiser zu sein.

Es gibt viele Kreise und Anlaufstellen für Menschen, die schon unterwegs mit Gott sind oder den christlichen Glauben im Leben vertiefen wollen. Wohin aber wenden sich Leute, die am Anfang des Weges stehen und nicht wissen, wer ihre Fragen nach Gott beantworten soll. Justyna Okolowicz, Franz Kammermeier und Andrea Imbsweiler wollen sich diesen Fragen stellen und bieten ab 9.Mai einen elfwöchigen Alpha-Kurs im „Gartenhaus“ der Lorenzgemeinde Erfurt an. Der Kurs ist unverbindlich und offen für Jedermann. „Damit wollen wir den Besuchern von Nightfever neue Möglichkeiten aufzeigen und sie auffangen, wenn sie Fragen zu Gott, dem Heiligen Geist und dem Glauben haben, und dazu einladen ins Gespräch zu kommen“, so Justyna Okolowicz. Einen Alpha-Kurs besuchen können auch getaufte Christen, die ihren Glauben neu entdecken möchten.

Das Konzept stammt aus der Holy Trinity Brompton Church, einer anglikanischen Gemeinde in London. 1977 entwickelte der Pastor Charles Marnham den Alphakurs, um sich mit den Grundlagen des christlichen Glaubens auseinander zu setzen.
Unter www.alpha-erfurt.de finden Interessierte alle Informationen.

Nicole Elß
Mit freundlicher Genehmigung des „Tag des Herrn“